Biersorten

Biersorten in Deutschland: die große Übersicht

Alle wichtigen Biersorten Deutschlands mit Gärung, Geschmack, Alkoholgehalt, Regionen und passenden Detailartikeln.

Aktualisiert am Prüfrhythmus: 18 months

Kurz gesagt: Deutschland kennt weit mehr als Pils und Weizen. Neben weit verbreiteten Sorten wie Hellem, Export, Kölsch oder Altbier gibt es regionale Spezialitäten wie Rauchbier, Zoigl, Gose und Berliner Weisse. Hinzu kommen internationale Bierstile, die heute auch von deutschen Brauereien gebraut werden.

Der Begriff Biersorte wird im Alltag oft für drei verschiedene Dinge benutzt: einen Bierstil, eine einzelne Marke oder eine konkrete Produktvariante. Ein Pils ist ein Stil. „Marke X Pils“ wäre ein einzelnes Bier dieses Stils. Diese Unterscheidung erklärt, warum es keine einfache, allgemein verbindliche Zahl aller Biersorten gibt.

Welche Biersorten gibt es in Deutschland?

BiersorteGärung oder EinordnungTypischer AlkoholgehaltTypischer Geschmack
Pilsuntergäriges Vollbiermeist etwa 4,5 bis 5,2 % volschlank, trocken, spritzig und hopfenbetont
Hellesuntergäriges helles Lagerbiermeist etwa 4,7 bis 5,4 % volweich, rund und ausgewogen mit einer leichten Malzsüße und zurückhaltender Hopfenbittere
LagerbierSammelbegriff für untergärige, kühl vergorene Bierehäufig etwa 4,5 bis 5,5 % volsauber vergoren, klar und je nach Unterstil malzbetont, ausgewogen oder hopfenherb
Exportbieruntergäriges Vollbiertypisch etwa 5,0 bis 6,0 % volwürzig, rund und malzbetont mit angenehmer Süße und zurückhaltender Hopfennote
Weizenbierobergäriges Vollbier mit hohem Anteil Weizenmalzmeist etwa 4,8 bis 5,6 % volspritzig und fruchtig, häufig mit Aromen von Banane, Nelke, Zitrus oder reifem Obst
Hefeweizennaturtrübes, obergäriges Weizenbiermeist etwa 4,8 bis 5,6 % volfruchtig, hefig und spritzig
Kristallweizenfiltriertes, obergäriges Weizenbiermeist etwa 4,8 bis 5,5 % volspritzig, klar und fruchtig, aber meist weniger hefig und cremig als Hefeweizen
Dunkles Weizenbierobergäriges dunkles Weizenbiermeist etwa 4,8 bis 5,8 % volfruchtig und hefig mit Karamell, Brotkruste, reifer Banane und gelegentlich leichten Röstnoten
Kölschobergäriges, helles Vollbiermeist etwa 4,4 bis 5,2 % volschlank, frisch und feinherb mit dezenten fruchtigen oder zitrischen Noten
Altbierobergäriges, kupferfarbenes Vollbiermeist etwa 4,5 bis 5,2 % volhopfenherb und frisch mit Karamell, Brotkruste und leichten Röstaromen
Schwarzbieruntergäriges dunkles Vollbiermeist etwa 4,5 bis 5,4 % voltrocken bis ausgewogen mit Kaffee, Kakao, dunkler Schokolade und feinen Röstaromen
Dunkelbieruntergäriges dunkles Lagerbiermeist etwa 4,5 bis 5,5 % volmalzig, rund und weich mit Brotkruste, Karamell, Nuss und sanften Röstaromen
Kellerbier und Zwickelbiermeist unfiltrierte, häufig untergärige Lagerbieremeist etwa 4,5 bis 5,5 % volfrisch, hefig, malzig und oft weich
Märzenbieruntergäriges, kräftiger eingebrautes Lagerbiermeist etwa 5,5 bis 6,3 % volkörperreich, malzig, leicht süßlich und häufig karamellbetont
Festbier und Oktoberfestbieruntergäriges, stärker eingebrautes Festlagerhäufig etwa 5,8 bis 6,3 % volvollmundig, weich, malzig und trotzdem auf hohe Trinkbarkeit ausgelegt
Bockbiermeist untergäriges Starkbierhäufig etwa 6,3 bis 7,5 % volkräftig und malzbetont mit Brot, Karamell, Dörrobst und bei dunklen Varianten leichten Röstaromen
Doppelbockstarkes, meist untergäriges Bockbierhäufig etwa 7 bis 10 % vol, teils darübersehr vollmundig und malzbetont mit Karamell, Brot, Trockenfrüchten und wärmendem Alkohol
Weizenbockobergäriges Weizen-Starkbiertypisch etwa 6,5 bis 7,5 % volkräftig, fruchtig und würzig
Eisbockdurch Gefrierkonzentration verstärktes Bockbierhäufig etwa 9 bis 14 % vol, je nach Produktsehr konzentriert, malzig und wärmend mit Trockenfrüchten, Karamell, dunklem Brot und alkoholischen Noten
Berliner Weisseobergäriges, säuerliches Schankbierhäufig etwa 2,5 bis 3,5 % volleicht, prickelnd und deutlich säuerlich mit Zitrus- und Getreidenoten
Goseobergäriges, säuerliches Weizenbier mit Gewürztraditionmeist etwa 4 bis 5 % volsäuerlich, spritzig und leicht salzig
RauchbierBier mit deutlich wahrnehmbarem Rauchmalzcharakterhäufig etwa 4,8 bis 6 % volmalzig mit Rauch, Holz, Lagerfeuer und je nach Ausprägung Anklängen an geräucherten Speck
Zoiglbiermeist untergäriges, unfiltriertes Gemeinschaftsbraubierhäufig etwa 4,5 bis 5,5 % volhefefrisch, malzig und regional unterschiedlich mit spürbarer Hopfennote
Roggenbiermeist obergäriges Bier mit Roggenmalzhäufig etwa 4,5 bis 6 % volwürzig, getreidig und leicht erdig mit cremigem Mundgefühl
Landbierkein einheitlich definierter Bierstil, sondern eine traditionelle Produktbezeichnunghäufig etwa 4,5 bis 5,5 % volhäufig malzig, ausgewogen und regional geprägt
Alkoholfreies BierBier mit keinem oder sehr geringem Alkoholgehalt„alkoholfrei“ darf in Deutschland geringe Restmengen bis 0,5 % vol enthalten; 0,0-Produkte sind gesondert gekennzeichnetvon mild-malzig bis deutlich hopfenbetont
Radler und BiermischgetränkeMischung aus Bier und alkoholfreiem Erfrischungsgetränkhäufig etwa 2 bis 3 % vol; alkoholfreie Varianten sind verbreitetsüß-säuerlich, zitronig und erfrischend
IPA und Pale Aleobergärige, hopfenbetonte Ale-StilePale Ale häufig 4,5 bis 6 % vol, IPA oft 5,5 bis 7,5 % vol oder mehrhopfenaromatisch mit Zitrus, Tropenfrucht, Harz, Kräutern oder Steinfrucht
Porter und Stoutdunkle, meist obergärige Bierfamilienvon etwa 4 % vol bei leichten Varianten bis über 10 % vol bei Imperial StoutKaffee, Kakao, dunkle Schokolade, geröstetes Brot, Nüsse und je nach Variante Trockenfrüchte oder Vanille

Die wichtigsten Bierfamilien

Untergärige Biere

Untergärige Hefe arbeitet bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Zu dieser großen Familie gehören Pils, Helles, Export, Dunkelbier, Schwarzbier und viele Bockbiere. Sie wirken häufig besonders klar und sauber vergoren.

Obergärige Biere

Obergärige Hefe arbeitet wärmer und erzeugt oft mehr Frucht- und Gewürzaromen. Bekannte Beispiele sind Weizenbier, Kölsch, Altbier, IPA und Stout.

Sauerbiere und regionale Spezialitäten

Berliner Weisse und Gose setzen bewusst auf Säure. Rauchbier wird durch Rauchmalz geprägt, Zoiglbier durch eine besondere regionale Brau- und Ausschanktradition.

Welche Biersorte ist in Deutschland am beliebtesten?

Pils bleibt mit knapp der Hälfte des Marktes die klare Nummer eins. Dahinter folgen Helles und alkoholfreie Biere. Die bundesweite Statistik verdeckt allerdings starke regionale Unterschiede: In Köln dominiert Kölsch, in Düsseldorf Alt, in Bayern Helles und Weizen, in Teilen Mitteldeutschlands Schwarzbier.

Wie findet man die passende Biersorte?

  • Mild und malzig: Helles, Dunkel oder Export
  • Herb und trocken: Pils oder IPA
  • Fruchtig und spritzig: Weizenbier oder Kölsch
  • Dunkel und röstig: Schwarzbier, Porter oder Stout
  • Säuerlich: Berliner Weisse oder Gose
  • Kräftig: Bock, Doppelbock oder Eisbock
  • Wenig oder kein Alkohol: alkoholfreies Bier oder alkoholfreies Radler

Häufige Fragen

Wie viele Biersorten gibt es genau?

Dafür gibt es keine einzige verbindliche Zahl. Internationale Stilführer unterscheiden mehr als hundert Unterstile. Im deutschen Alltag sind einige Dutzend Stile wirklich relevant. Zusätzlich existieren mehr als 7.500 Biermarken.

Ist Lager eine eigene Biersorte?

Lager ist eher eine große Bierfamilie. Pils, Helles, Export und Dunkel sind allesamt Lagerbiere, schmecken aber deutlich unterschiedlich.

Sind Weißbier und Weizenbier dasselbe?

Im deutschen Sprachgebrauch meistens ja. In Bayern ist „Weißbier“ besonders verbreitet, während außerhalb Bayerns häufiger „Weizenbier“ gesagt wird.

Ist dunkles Bier stärker als helles Bier?

Nein. Die Farbe entsteht hauptsächlich durch die verwendeten Malze. Ein Schwarzbier kann weniger Alkohol enthalten als ein helles Bockbier.

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